Kostensenkung durch Materialentwicklung, Standardisierung und Digitalisierung

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„Fünf-Fragen-an“ Bernhard Zangerl von der Firma Bachmann electronic

1. Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf ihr Geschäft? Wie spüren Sie die Wirtschaftslage?

Auf die unmittelbaren Auswirkungen wie Home-Office, stark limitierte Reisetätigkeit oder punktuelle Einschränkungen im Logistikbereich konnten wir schnell und effektiv reagieren und damit den operativen Betrieb lückenlos sicherstellen. Geholfen haben in dieser Phase vor allem die große lokale Fertigungstiefe und eine ausgewogene (nicht rein finanzorientierte) Vorratslogistik.

Insgesamt haben sich die erneuerbaren Energiebranchen, allen voran die Windenergie, trotz Pandemie sehr positiv entwickelt. Einzelne Projektverzögerungen haben dem gesamthaften Erfolg keinen Abbruch getan. Einmal mehr war hier China der Treiber.

Sehr erfreulich waren auch die politischen Impulse - sei es im Bereich der strategischen EU-Klimaziele oder operativer bei den Rahmenbedingungen für den weiteren Umbau des Energiesystems. Die Energiewende scheint nun auch politisch Fahrt aufzunehmen.

Deutlich angespannter war und ist die Situation im Maschinenbau im und um den Automobilsektor. Neben Corona sorgt hier der globale Wandel der Mobilitätskonzepte für einen Umbruch mit Risiken aber auch Chancen.

2. Was fasziniert Sie an der Windenergie-Branche?

Die Kombination, zum einen eine junge dynamische Branche aktiv mitzugestalten, welche sich im Vergleich zu anderen Industrien sehr schnell von der Pionier- über die Wachstums- in die Reifephase entwickelt hat. Und zum anderen damit einen essenziellen Beitrag für eine saubere Energieversorgung und bessere Zukunft für nachfolgende Generationen zu leisten.

Reizvoll und herausfordernd zugleich ist dabei, einen Klimawandel mit immer dramatischeren Auswirkungen durch technologische Innovationen einzudämmen, und das im Wechselspiel mit Kräften wie politischen und wirtschaftlichen Interessen, mit der Dynamik überforderter Verwaltungssysteme, Skepsis gegenüber Veränderungen in der Bevölkerung sowe globaler Ausnahmesituationen wie der aktuellen COVID19 Pandemie.

VDMA

4. Wie versuchen Sie diese Potenziale in Ihrem Unternehmen, Produkten und Lösungen zu heben?

Mit unserem Leistungsangebot verfolgen wir zwei primäre Ansätze – zum einen arbeiten wir intensiv daran, unser Angebot permanent auf dem neuesten Stand der Technik zu halten und weiterzuentwickeln. Zum anderen versuchen wir gezielt, die Anforderungen der Zukunft zu antizipieren und basierend darauf gezielt schon heute Lösungen für Problemstellungen von morgen zu entwickeln. Das beste Instrument dafür ist der permanente Austausch mit Herstellern, Betreibern, Energieversorgern und Lieferanten genauso wie mit Vertretern anderer Branchen aus Politik und mit Regulierungsstellen. Aktive Mitarbeit in Normungsgremien und Interessensgemeinschaften wie dem VDMA runden das Ganze ab.

5. Sind Sie zuversichtlich für die Windindustrie? Wo sehen Sie die Industrie in fünf Jahren?

Ja, auf jeden Fall. Die Nutzung der Windenergie ist neben Solar einer der Grundpfeiler für die Energieversorgung der nächsten Jahrzehnte.

In fünf Jahren wird Wind bei einer ehrlichen Rechnung die preiswerteste und ökologisch sauberste Form der Stromerzeugung sein. Trotz verschiedener wirtschaftlicher und politischer Interessen wird sich diesem Umstand keine Region der Welt dauerhaft entziehen können. Der Weg Richtung Umstellung auf Erneuerbare ist für mich damit vorgezeichnet. Die einzige Variable ist die Zeit, in der es gelingt, einen Ausgleich der verschiedenen Interessen tragfähig zu implementieren.