Standardisierung und Modularisierung: großes Kostensenkungspotenzial bei geringem Aufwand

eno energy systems

„Fünf-Fragen-an“ Stefan Bockholt von der Firma eno energy

1. Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf ihr Geschäft?  Wie spüren Sie die Wirtschaftslage?

Im ersten Halbjahr 2020 kam es pandemiebedingt zu Störungen in der Logistikkette. Dadurch haben sich insbesondere Zulieferteile aus Asien und Südeuropa zum Teil stark verspätet.

Wir haben den Produktionsausfall am Beginn des Jahres wieder aufholen können und sehen derzeit keine gravierenden Hemmnisse.


2. Was fasziniert Sie an der Windenergie-Branche?

Die Windbranche ist wunderbar interdisziplinär. Es gibt wohl kaum eine Branche, die derart viele Fachrichtungen vereint, um ein Ziel zu erreichen, nämlich die Erzeugung von Strom aus der natürlichen Energiequelle Wind. Und schon dieses Ziel an sich ist faszinierend und ehrbar, denn es ist ein wesentlicher Baustein zum Schutz unseres Klimas und damit der Welt.

VDMA



3. In einer von der VDMA AG Windindustrie begleiteten Studie wurden erhebliche Kostensenkungspotenziale in der Windindustrie aufgezeigt. Wie schätzen Sie diese Potenziale ein?

Anhand der Studie kann man sehr gut erkennen, dass längst nicht alle Möglichkeiten zur Kostensenkung in der Windindustrie ausgeschöpft sind. Im Gegenteil, das Potenzial ist immens. Die Aufgabe besteht nun darin, diese Potenziale durch gezielte Weiterentwicklung und sicher auch Forschung voranzutreiben, um die Windenergie nachhaltig noch günstiger und damit akzeptabler werden zu lassen. Leider weist die Förderpolitik des Bundes hier derzeit in eine andere Richtung. So wäre statt der generellen Abkehr von der Forschungsförderung für die Windenergie eine gezielte industrienahe Förderpolitik wünschenswert.


4. Wie versuchen Sie diese, Potenziale in Ihrem Unternehmen, Produkten und Lösungen zu heben?

Wir als Hersteller von Windenergieanlagen arbeiten neben der Effizienzsteigerung unserer Windturbinen stark an der Standardisierung von Komponenten, Submodulen und Abläufen. Hierdurch können wir neben Kostensenkungen der Produkte auch beim Aftersales, beispielsweise im Bereich Instandsetzung und Wartung, nennenswerte Potenziale heben. Die konsequente Umsetzung der Plattformstrategie in unseren vier und fünf Megawatt-Anlagen ist ein Paradebeispiel dafür. Hier können wir auf einer Plattformbasis verschiedenste Rotorgrößen und Leistungen anbieten.


5. Sind Sie zuversichtlich für die Windindustrie? Wo sehen Sie die Industrie in fünf Jahren?

Ich bin nicht nur zuversichtlich, sondern höchst optimistisch. Die Windenergie wird auch künftig eine der günstigsten Energieformen bleiben. Das weltweite Potenzial zur Nutzung dieser Energieform ist gigantisch. Und da sich die erneuerbare Energieerzeugung, insbesondere aus Wind, für Anleger und Investoren als krisensicher bewiesen hat, sehe ich keine Hemmnisse für eine weiter prosperierende Windindustrie.